cValve2.0 – Interview zur Neuentwicklung des Dosierventils

Allgemein

Vor rund zwei Jahren wurde das Dosierventil cValve dem Markt vorgestellt. Seither haben wir stets den Austausch mit Kunden, Interessenten und Partnern gesucht, um das cValve weiterzuentwickeln. Durch das wertvolle Feedback ist es uns gelungen, ein verbessertes Dosierventil – das cValve2.0– zu entwickeln. Patrick Franke, Geschäftsführer von TecSal, spricht im Interview über den Ansatz, die Community rund um das cValve in den Entwicklungsprozess eng einzubeziehen, und über die Neuerungen in der Version 2.0.


 Wie kam es zu der Idee des cValve2.0?

Die Version 1.0 entstand aus einem initialen Forschungsprojekt. Obgleich die Idee des cValve und das daraus entstandene Produkt auch in der ersten Version sehr gut waren, waren wir uns von vornherein darüber im Klaren, dass es eine zweite Version geben wird. Denn unser Anspruch ist, das Produkt stetig weiterzuentwickeln und gemäß den Kundenanforderungen zu optimieren.

Wir haben uns deswegen in den vergangenen zwei Jahren seit Einführung des cValve1.0 weiter intensiv mit Kunden, Interessenten und Partnern ausgetauscht und festgestellt, dass wir die Marktbedürfnisse mit der Version 1.0 nicht zu 100 Prozent befriedigen konnten. Um die Dosieraufgaben bei unseren Kunden und Interessenten vollständig lösen zu können, bedurfte es Anpassungen hinsichtlich des Volumens, der Viskosität des zu dosierenden Mediums und vor allem der verwendeten Materialien – Stichwort Reinraumtauglichkeit! Diese Erkenntnisse sind nun in das cValve2.0 gewandert.

Welche allgemeinen Erkenntnisse haben Sie aus den Fragebögen und Gesprächen gewonnen?

Unser Schließventil kommt vor allem in den Branchen Medizintechnik und Elektrotechnik, der Halbleiterbranche und überall dort, wo in Reinräumen gearbeitet wird, zum Einsatz. In diesen Branchen besteht auch ein konkreter Bedarf an einem Schließventil zum Verhindern von Nachtropfen oder Nachlaufen beim Dosieren viskoser Medien. Das Wirkprinzip hinter dem cValve stieß durchweg auf positive Resonanz. Allerdings wurde uns auch von Anwendungsfällen berichtet, in denen das Nachtropfen nicht vollständig gestoppt werden konnte.

Ein Hauptproblem war die Menge des Mediums, das nach dem Schließmechanismus noch in Ventil und Nadel blieb. Eine konstruktive Veränderung des Ventils hat hier zu einer 70-prozentigen Volumenreduzierung geführt.
Laufende Tests und sehr viele spezifische Anwendungsfälle zeigen, dass cValve2.0 mehr Dosieraufgaben bewältigen kann als Version 1. Auch in Zukunft bieten wir Interessenten an, ihren konkreten Anwendungsfall mit unserem cValve kostenfrei und unverbindlich zu testen.

cValve Produktfamilie.jpg

Welche Anwendungsherausforderungen konnten mit dem cValve gelöst werden?

Die Optimierungen hinsichtlich verschiedener Materialien haben wohl den größten positiven Einfluss auf die Anwendungsherausforderungen. Wir verwenden Materialien, die reinraumtauglich und in vielen unserer Zielbranchen – wie z. B. Mikromontage, Dosiertechnik, Medizintechnik, Lebensmitteltechnik oder Healthcare –  als Standard gesetzt sind, wie Teflon und Aluminium.  Die Modularität ist ein weiteres Highlight.

Warum ein modulares System? Welchen Vorteil bietet ein modulares System?

Im cValve1.0 haben wir auf Luer-Lock-Anschlüsse gesetzt. Zwar sind Luer-Lock-Anschlüsse  sehr weit verbreitet, aber wir haben vermehrt Anfragen nach metrischen oder Zoll-Gewinde-Anschlüssen vernommen, sodass wir den Einlass und den Auslass dahingehend konstruktiv weiterentwickelt haben. Das heißt, neben Luer-Lock können ab sofort auch weitere Anschlüsse bedient werden. Das Mittelteil und der Schließmechanismus des Ventils sind immer gleich, wobei hier unterschiedliche Schaltdrücke realisiert werden können. Dadurch kann das Ventil kostengünstig hergestellt und teilweise gereinigt werden. Und so sieht der Aufbau des cValve2.0 aus:

 

  • Einlass– Anschluss an Dosierkartuschen oder Dosierautomaten über verschiedene     Gewindeausführungen (Luer-Lock, metrische und Zollgewinde sowie Sonderanschlüsse bei Spezialanforderungen)
  • Mittelteil – Hülse zur Aufnahme der Dichtung inklusive der Magnetschließtechnik
  • Auslass– Anschluss zur Aufnahme von Dosiernadeln und Dosierkanülen etc. mittels verschiedener Anschlussgewinde (Luer-Lock, metrische und Zollgewinde sowie Sonderanschlüsse bei Spezialanforderungen)

Selbst bei Spezialanforderungen hinsichtlich der Anschlüsse, können beispielsweise nur das Mittelteil und der Einlass als Standard verwendet und der Auslass mit einem Sonderanschluss versehen werden. Somit können ganz flexibel und kosteneffizient alle in der Dosiertechnik eingesetzten Anschlusstypen verwendet werden.

Welche Materialien wurden für das cValve2.0 verwendet und warum?

Das Gehäuse besteht aus Aluminium und PTFE (Teflon). Damit werden wir allen bisherigen Materialanforderungen des Marktes zu 100 Prozent gerecht. Im Dialog mit Kunden, Partnern und dem Fraunhofer IPA, haben wir uns bei dem Material des Dichtsitzes für EPDM und NBR entschieden. Damit sind alle bisherigen Anfragen – auch die nach Reinraumtauglichkeit – abgedeckt.

Alle Materialien entsprechen nun auch dem Wunsch unserer Kunden, die das Ventil gerne reinigen möchten und es somit länger im Einsatz haben können. cValve2.0 ist mit allen gängigen Universalreinigern reinigbar. Dennoch möchten wir Kunden gerecht werden, die ein preisgünstiges Einmalventil im Einsatz haben wollen, und werden noch vor Jahresende eine PC-Version auf den Markt bringen.

Wird es ein cValve 3.0 geben?

Natürlich! Die Entwicklung des cValve ist ein Prozess, der eine laufende Weiterentwicklung vorsieht, und ist demnach nie vollständig abgeschlossen. Wir haben für die Entwicklung des cValve2.0 mit mehr als 100 Partnern einen intensiven Dialog geführt, aus dem die Version 2.0 in all ihren Varianten entstanden ist. Wir werden auch in Zukunft mit neu entwickelten Materialien, neuen Anforderungen und neuen Herausforderungen konfrontiert werden. Wir setzen auch künftig auf die Community, denn nur so können wir sicherstellen, ein Produkt zu entwickeln, das den Nerv des Marktes trifft.

Wir entwicken aktuell auf der cValve Plattform eine Düse, die als Auslassvariante neue Qualitäten im Dosierprozess setzen soll. Mehr dazu erfahren Sie in Kürze!

Sie möchten das cValve2.0 testen?

cValve2.0 Dosierventil test